Als ich letzte Woche die Nachricht zu dem Amoklauf in Blacksburg las, dachte ich als erstes: Noch so ein Irrer. Das Zweite an was ich dachte war: Spielte auch er "Killerspiele"? Wer wird den Fall für seine politischen und geschäftlichen Zwecke mißbrauchen?
Es dauerte nicht lange und da meldetetn sie sich auch schon. Pfeiffer und Co. trommelten wieder (
Killerspiele: Pfeiffer fordert strafrechtliches Verbot ).
Doch was musste ich heute in einem Spiegel-Online Artikel (
Blazers letzte Shoppingtour) lesen:
"
...
Zutage förderten sie bisher vor allem Normalitäten, die erst in Rückschau gespenstisch wirken. Dass Cho gewaltverherrlichende Bücher kaufte und verkaufte, ist nur bedeutungsvoll, wenn man sein gewaltsames Ende kennt - obwohl das weit ungewöhnlicher ist als die Beschäftigung mit gewalthaltigen Videospielen, mit denen Cho aber nichts zu tun hatte. Bisher hat sich jedoch kein Kriminalpsychologe oder Politiker gemeldet, um nach einem Verbot von Büchern zu rufen.
..."
Übrigens habe ich meine Ansicht darüber, dass er nur ein Irrer war, radikal verworfen. Ich glaube uns wird oft in solchen Fällen sofort weißgemacht, der Täter sei nicht ganz dicht gewesen. Damit wird die "Schuld" super einfach und für alle verständlich auf den Täter fokussiert. Das Problem ist aber, dass andere Einflußgrößen wie Mobbing, Leistungsdruck, Sozial-Darwinismus, Gewaltkultur der Gesellschaft irrelevant gemacht werden.
Passt ja prima zu der Erkenntnis, dass hauptsächlich junge Männer Killerspiele spielen.