Attacke auf die MMO(RP)G-Kühe
Man kann viel, sehr viel, unverschämt viel Geld mit Massively-Multiplayer-Online-Games (MMOG) verdienen. Also mit Spielen, die eigentlich nur Online und mit vielen vielen anderen Spielern zusammen gespielt werden.
World of Warcraft hat es gezeigt.
Vivendi Games, vor einigen Jahren noch in einem Minus von ca. 200 Mio. $ verdient sich jetzt in der
World of Warcraft-Ära ein Plus von 40 Mio. $ (siehe
hier). Das lockt natürlich andere auf den Plan. Auf der Wiese tummeln sich ja massenweise Kühe mit prallen Eutern. Erst vor kurzem zahlte
EA eine stolze Summe von 80 Mio. $ für die virtuelle Welt von
Warhammer und arbeitet jetzt verbissen an der Entwicklung von "
Warhammer Online: Age of Reckoning", das voraussichtlich 2007 erscheinen soll. Interessanterweise ist das gekaufte Unternehmen
Mythic Entertainment auch der Entwickler von einem anderen großen MMOG:
Dark Age of Camelot. Mal sehen, ob es
DAoC genau so ergehen wird wie vielen anderen Spielen, deren Studios
EA mal gekauft hat.
Die Liste der Aspiranten auf den Thron von
Vivendi Games ist lang:
Microsoft,
Lucasarts,
Codemasters,
Electronic Arts und
Sony Online Entertainment treten hier zur Melkmeisterschaft an. Sie lassen ihre Entwickler schwitzen, um sich bald, sehr bald, ein großes, ein sehr großes, Stück vom MMOG-Milch-Kuchen abschneiden zu können. Die Rosinen auf diesem Kuchen sind natürlich die monatlichen Abo-Preise von 10 bis 16 EUR. Es muss nur noch klappen, dass möglichts viele, sehr viele, Spieler sich begeistern lassen und zur Zahlung willig sind.
Viele der Unternehmen haben auch den asiatischen Markt im Visier. Schon
Blizzard lief der Sabber beim Blick in diese Regionen. Märchenhafte Zahlen können hier aufblühen. Wenn man sich denn den etwas anderen Bedürfnissen dieser Kulturkreise annimmt.
Mit der neuen Generation an Konsolen (Xbox360, Playstation 3 usw.) legen alle Hersteller die Gleise zu weiteren saftigen Wiesen mit saftigen Kühen. Denn dieser Markt ist für MMOGs noch überhaupt nicht erschlossen und bietet ein traumhaftes Potential.
Mal sehen ob nicht einige, wenn nicht jedes, dieser Unternehmen, statt in den Kuchen eher sich in den Ar..., ich meine in den Aller-Wertesten beissen werden. Denn welcher MMOG-Spieler wird mehr als ein Spiel spielen und dafür auch noch blechen. Zu dem hat World of Warcraft die Latte für neue oder erweiterte MMOGs sehr hoch gehangen. Denn sie ist mit ihrer virtuellen Welt sehr massentauglich. Die Welten von
Warhammer oder
Star Wars hingegen sprechen nicht jeden an.
World of Warcraft hat es auch geschafft, dass man sich ohne komplizierte Regelwerke in einer schnuckeligen Fantasywelt zurechtfinden kann. Hinzukommt die Kunst, die Spieler mit der Item-Sammelwut zu infizieren. Meiner ist länger, größer, stärker, schneller und kann Kaffee kochen! Diese Massenkompatibilität zu erlangen, wird für die anderen Drogendealer sehr schwer. Einzig und allein
Herr der Ringe Online hätte da eine Chance, aber da muss Codemasters schon wirklich alles richtig machen, um die Kühe auf ihre Wiese zu locken. •
Wer macht Was? (keine Garantie auf Vollständigkeit)
Nur so als Hinweis, wenn sich hier einer wundert: Ich lasse bewußt das RP (Role Playing) weg, weil auf den meisten Servern fast gar kein RP zu finden ist. Das trifft vor allem auf World of Warcraft zu.
Ich sehe schon, der Beitrag hat dich emotional berührt.
Aber ein paar Worte mehr wären sehr nett gewesen.
Das Preismodell gefällt mir nicht. Jeder zahlt pauschal den selben Preis. Egal ob er viel oder wenig spielt. Das ist unfair. Vor allem wenn man sich zum Beispiel bei World of Warcraft ansieht wie viel Content für Viel- und wie viel für Wenig-Spieler geschaffen wurde.
Solche Spiele kommen bei mir zur Zeit eh nicht in Frage, weil diese sehr viel Zeiteinsatz erfordern. Man kann da nicht einfach mal in ein Spiel einsteigen und an einer beliebigen Stelle wieder aussteigen.
Quelle: hier